Sanierung
Der Ausgangspunkt für die Generalsanierung unserer gesamten Klosteranlage war die dringende Notwendigkeit der Einrichtung einer zeitgemäßen Kranken- und Pflegeabteilung mit den entsprechenden sanitären Anlagen. Schon die ersten Untersuchungen durch Fachleute im Jahr 2002 ergaben, dass eine Renovierung des Zellenbaus aus dem Jahr 1911, in dem 90 Jahre hindurch fast alle Schwestern wohnten, vom wirtschaftlichen Standpunkt aus nicht vertretbar war. Wir mussten also an eine größere Maßnahme herangehen.
Zusammen mit dem Architekturbüro Schnabel aus Kötzting erarbeiteten wir ein Konzept. Das Ergebnis war trotz aller Bedenken unsererseits eine Generalsanierung der gesamten Klosteranlage. Dass die Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege dabei eine sehr wichtige Rolle spielen musste, war von Anfang an klar. Dass wir bei diesem Unternehmen auf finanzielle Hilfe angewiesen sein würden, wussten wir ebenfalls.
Kranken- und Pflegeabteilung
Um die Kranken- und Pflegeabteilung möglichst bald realisieren zu können, begannen wir 2004 mit dem Abbruch des Zellenbaus. Das bedeutete eine vorübergehende "Auslagerung" von mehr als 50 Schwestern. Wir belegten auch den Gästetrakt und mussten mehrere Jahre eine ganze Reihe von Besucher-Anfragen ablehnen. Der neue Wohntrakt ist seit dem Frühjahr 2006 fertig und heißt St. Bernhard. Er bietet Platz für die Kranken- und Pflegeabteilung sowie für weitere 15 Schwestern-Wohnbereiche mit Arbeitsraum, Schlafraum und Nasszelle.
Noviziat und Bibliothek
Ein weiterer Trakt wurde im nördlichen Bereich des Klosters gebaut, wo vorher nur Geräteschuppen standen. Er ist vorgesehen für das Noviziat und elf Schwestern. Außerdem wird hier eine Bibliothek für die moderne Literatur eingerichtet. Eine Wand dieser Bibliothek wird von der "gotischen Mauer" gebildet, dem Rest eines Gebäudes aus der ersten Bauphase unseres Klosters, der mit sehr viel Sorgfalt restauriert wurde. St. Maria – so nennen wir diesen Trakt – wird seit Februar 2006 bewohnt.
Zwischen diesen bereits fertigen Gebäuden lag ein völlig maroder Bau. Das Noviziat war bisher dort untergebracht. Von diesem Haus durften wir aber nur die Stockwerke 1 und 2 abreißen, denn die Räume im Erdgeschoss, die wir bisher als Waschküche, Bügelzimmer und Bäder benützten, haben alte Gewölbe. Um sie in der Umbauzeit vor Wasserschäden zu schützen, wurde die Baustelle mit einem großen Zeltdach abgedeckt. In diesem Bereich – St. Benedikt heißt er – war das Bauen schwierig und aufwändig. Wir sind jedoch überzeugt, dass er besonders schön wurde.
Hier entstand auch ein Gemeinschaftsraum, in den ein alter Kachelofen eingebaut wurde. In den nicht gewölbten Teilen des Erdgeschosses sind die Wäscherei, ein Hauswirtschaftsraum und die Schneiderei untergebracht. In den Stockwerken 1 bis 3 liegen Wohnbereiche für 17 Schwestern.
Instandsetzung maroder Bausubstanz
Seit Herbst 2006 wird im alten Teil des Klosters gearbeitet. Im Speicher über der oberen Sakristei wurden große Schäden am Dachstuhl festgestellt. Es grenzt an ein Wunder, dass er überhaupt noch gehalten hat. In mühsamer Kleinarbeit ersetzten die Zimmerleute die Balken oder Balkenteile, die verfault waren. Wir hoffen, dass es in den anderen Speichern, die in den nächsten Monaten an die Reihe kommen, nicht ganz so schlimm aussieht.
Die Wände des Kreuzgangs neigen sich zum Teil bedenklich nach außen. Die Deckenbalken über dem Erdgeschoss biegen sich durch den nachträglichen Zelleneinbau im 17. Jahrhundert sehr stark durch, sodass sich die Bodenbeläge bereits von den Wänden gelöst haben. Die Sanierung dieser Deckenbalken erfordert eine Stahlkonstruktion im Dachraum, an welcher die Balken aufgehängt werden.
Wer immer noch glaubte, dass wir die Generalsanierung hätten umgehen können, wurde angesichts dieser Entdeckungen wohl eines anderen belehrt.
Seit dem Frühling 2008 können wir den renovierten Kapitelssaal, das Parlatorium und die obere Sakristei wieder benutzen.
Innenhöfe und Kirchturm
Im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen müssen die fünf Innenhöfe neu angelegt werden. Sie sind durch Gerüste, Kräne und Baumaschinen sowie durch die Geländeabsenkung im alten Teil völlig zerstört worden. Als Erstes wollten wir den "Alten Friedhof" neu gestalten, aber es kamen uns die Schäden am Kirchturm in die Quere. ( Unter "Aktuelles" erzählen wir davon. )
SchulgebäudeGleichzeitig mit der Klostersanierung mussten wir für unsere Schulen noch den Bau einer Doppelturnhalle von uns (2005 fertiggestellt) und zweier Freisportplätze (2006 fertiggestellt) leisten, außerdem die Sanierung unserer Grundschule in Angriff nehmen.
Weitere Planung
In den nächsten drei bis vier Jahren liegt vor uns die Sanierung der Abtei, des Prioratsbaus, der Verwaltung, des Winterchors (wegen des Brandschutzes) und vor allem des Kreuzgangs, in dessen Nebenräumen wir unter anderem ein Museum für Kunstschätze des Klosters einrichten möchten.
FinanzierungBezüglich der eingangs erwähnten finanziellen Probleme können wir berichten, dass wir von der öffentlichen Hand und von privater Seite Unterstützung fanden. Sie kam vom Staat (Kulturfonds, Entschädigungsfonds, Bayerische Landesstiftung), vom Bezirk Niederbayern, von der Stadt Landshut, von der Diözese Regensburg, von der Erzdiözese München-Freising, vom Förderverein der Abtei Seligenthal und von vielen Freunden, Bekannten und ehemaligen Schülerinnen. Natürlich müssen wir eine beträchtliche Eigenleistung erbringen. Wir wissen noch nicht, woher wir sie für den zweiten Bauabschnitt nehmen sollen. Unsere Reserven sind durch die Maßnahmen für die Schulen und den Bauabschnitt I fast aufgebraucht. Lesen Sie hier: Fertigstellung des Wohnraumes der ehemaligen Äbtissinnen. (gesponsert von der Edith- Haberland -Wagner - Stiftung)
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